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Quelle: https://www.rbb24.de/panorama/thema/corona/beitraege/2021/06/brandenburg-kinder-schwimmen-unterricht-pandemie-vereine.html

Tausende Kinder können wegen Corona-Krise nicht schwimmen

rbb24

Gerade mit Blick auf die Sommerzeit ist das besorgniserregend: Bis zu 6.000 Schüler in Brandenburg können nicht schwimmen - weil die Corona-Pandemie ein entsprechendes Lernangebot verhindert hat. Der Landesportbund nimmt die Politik in die Pflicht.

Wegen der Corona-Pandemie haben Tausende Schülerinnen und Schüler in Brandenburg noch nicht Schwimmen gelernt. Die Sportjugend Brandenburg geht von 6.000 Drittklässlern aus, wie Robert Busch von der Sportjugend Brandenburg am Donnerstag im zuständigen Ausschuss des Landtags sagte. Ein ganzer Jahrgang habe wegen der Corona-Einschränkungen keinen Schwimmunterricht erhalten, beklagte er.

DLRG und Sportjugend planen Angebote in den Ferien

Mit Blick auf den Sommer habe man deshalb mit der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) und dem Landesschwimmverband ein Konzept entwickelt, um Kindern innerhalb von zwei Wochen das Schwimmen beizubringen. "Ob in einem Schwimmbad, Hallenbad oder draußen am See - die Kapazitäten sind begrenzt und deswegen müssen wir schauen, wie wir diesen zwei Jahrgängen, die nun anstehen, das Schwimmen beibringen", sagte Busch.

In den Ferien wolle die Sportjugend mit diesem Programm 3.000 Kinder erreichen, kündigte er an. Das Land unterstützt das Projekt finanziell. Darüber hinaus wolle man auch 4.500 Hortkinder in den Sommerferien erreichen, um mit ihnen für das Sportabzeichen zu üben, so Busch.

Sportvereinen geht der Nachwuchs aus

Wegen der Corona-Pandemie haben Brandenburger Sportvereine mittlerweile weniger Mitglieder. Besonders im Kinder- und Jugendbereich seien zu wenige Interessierte nachgekommen. Bei den Unter-Sechsjährigen betrage der Rückgang zwölf Prozent, bei den sieben- bis 14-jährigen gut vier Prozent. Busch bezeichnete diese Entwicklung als besorgniserregend.

Andreas Gerlach vom Landessportbund Brandenburg befürchtet, dass es nach dem Abklingen der Pandemie weniger Ehrenamtliche im Vereinssport geben könnte: "Wir wissen nicht, wie viele Übungsleiterinnen und -leiter tatsächlich zum Start wieder da sein werden." Um einen erfolgreichen Neuanfang im Sportbereich zu schaffen, müsse das Land für Kinder bis 14 Jahre den Vereinsbeitrag übernehmen, forderte Gerlach.

Eine repräsentative Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerks hatte Ende Mai ergeben, dass 86 Prozent der Kinder so ein Angebot sicher oder wahrscheinlich annehmen würden.

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